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„Wie Worte wirken“ – Anti-Mobbing-
Tag setzt ein starkes Zeichen an der Beruflichen Schule in Husum
Der 2. Dezember 2025 begann an den Standorten HTS und HAS ein wenig anders als sonst. Bereits vor Unterrichtsbeginn herrschte im Foyer der HTS geschäftiges Treiben: Schülerinnen und Schüler aus der OAKF5 schleppten Kartons, richteten Stellwände ein, überprüften Kabel und probten letzte Abläufe. Die Schulsozialarbeit hatte erneut zum Anti-Mobbing-Tag eingeladen – und viele folgten dem Ruf.

„Wir wollten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung setzen“, sagt das Team der Schulsozialarbeit. Seit Wochen hatten die Teams an beiden Standorten nach Klassen gesucht, die Lust haben, kreative Aktionen zu entwickeln. Theater, Plakate, Videos – alles war möglich. Und die Resonanz zeigte, wie groß die Bereitschaft ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, das längst kein Randphänomen mehr ist: 14 Prozent der Lernenden erleben regelmäßig Mobbing. 7 bis 16 Prozent sind von Cybermobbing betroffen – Tendenz steigend.

Mitmachstationen, die bewegen –
und ins Gespräch bringen

Besonderer Blickfang am HTS-Standort war die Mitmachfläche der Klasse OAKF5 von Michaela Derner. Zwischen bunten Stellwänden und neugierigen Blicken luden die Schülerinnen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ein, durch spielerische Aktionen ins Thema einzutauchen.

Ein Glücksrad surrte, Schülerinnen standen daneben und erklärten, welche Formen von Mobbing sich hinter den einzelnen Feldern verbargen.

Beim Dosenwerfen purzelten Beleidigungen und abwertende Sätze – sichtbar gemacht auf Konservendosen, die symbolisch „umgeworfen“ werden konnten.

Und beim Kahoot-Quiz mit kleinem Gewinnspiel standen plötzlich Fragen im Raum, die viele zum Nachdenken brachten: Was unterscheidet Mobbing von einem Streit? Wie schnell kann Cybermobbing eskalieren?


„Wir wollten zeigen, dass man das Thema ernst nehmen kann, ohne gleich mit erhobenem Zeigefinger dazustehen“, erzählt eine der beteiligten Schülerinnen. Der Erfolg gab ihnen recht – die Stationen waren gut besucht, immer wieder bildeten sich kleine Gruppen, die diskutierten, lachten, sich wunderten.

„Wie Worte wirken“ – eine Stellwand, die zum Innehalten zwingt

Einen ruhigen, fast nachdenklichen Gegenpol dazu setzte der Kunstkurs 26KUNE unter der Leitung von Gesa Noffke. Ihre Stellwand „Wie Worte wirken“ im Foyer zog viele Blicke auf sich. Schülerinnen, Schüler und auch Lehrkräfte blieben stehen, schwiegen, lasen. Manche legten kleine Zettel dazu, andere machten Fotos.

Die Botschaft war klar: Worte können trösten – oder verletzen. Sie können stärken – oder isolieren. Und oft ist es ein unscheinbarer Moment, eine beiläufig hingeworfene Bemerkung, die einen Schultag kippen lässt.

Zwischen Newsletter und Wirklichkeit

Dass es beim Anti-Mobbing-Tag nicht nur um gute Aktionen, sondern um echte Prävention geht, zeigt ein Blick in den aktuellen Newsletter der Schulsozialarbeit und Schulpsychologie. Mobbing, heißt es dort, sei „kein Einzelfall, sondern Alltag für viele Jugendliche“. Häufig geschehe es verdeckt, wiederholt und gezielt – immer mit einer klaren Machtverschiebung.

Die Empfehlungen sind eindeutig: Hinschauen. Zuhören. Betroffene ernst nehmen. Und: „Jede Art von Mobbing muss sanktioniert werden.“

Ein Tag, der nachwirkt – auch im Kollegium

Die Schulsozialarbeit weiß, wie voll der Schulalltag ist – Termine, Konferenzen, Projekte, Prüfungen. Umso mehr bedankte sich das Team dafür, dass viele Fachkräfte den Anti-Mobbing-Tag mitgetragen und ihre Klassen auf die Angebote aufmerksam gemacht haben.

Einige BG-Schülerinnen arbeiteten zusätzlich an künstlerischen Beiträgen, die ebenfalls den Blick auf Ausgrenzung schärfen sollten – ein Zeichen dafür, wie vielfältig und kreativ dieses Thema aufgegriffen werden kann.

Fazit: Ein Tag, der Haltung zeigt

Der Anti-Mobbing-Tag 2025 war mehr als ein Projekttag. Er war ein kollektives Innehalten – ein Moment, in dem sich Schulgemeinschaft zeigt: solidarisch, aufmerksam, kreativ.

Die Aktionen der OAKF5, die Stellwand „Wie Worte wirken“, die Gespräche in den Fluren – all das machte deutlich: Respektvolles Miteinander ist kein Selbstläufer, sondern eine Aufgabe, die wir gemeinsam gestalten. Jeden Tag.

Die Schulsozialarbeit formulierte es im Abschlusssatz ihres Newsletters so schlicht wie treffend: „Danke, dass ihr mithelft, hinguckt und Verantwortung übernehmt.“

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