Das Logo der Beruflichen Schule

 

Aufgaben des Logos:

  • semantischen Bezug ermöglichen
  • Prägnanz herstellen
  • Vielfalt an Handhabungsmöglichkeiten eröffnen
  • Identifikation stiften

Semantischer Bezug 

Buchstaben stellen i.d.R. eine einfache und gängige Möglichkeit dar, eine sichtbare Beziehung zwischen Zeichen und Bezeichnetem herzustellen. Gleichzeitig können ihre Formen der Formfindung für das ganze Logo dienen. Im Logo der Beruflichen Schule Husum ist dies mit den Buchstaben B, S und H der Fall. Darüber hinaus sind S und H für Schleswig-Holstein sowie N und F für Nordfriesland erkennbar. Dabei nimmt der Grad der Eindeutigkeit ab bzw. der der Verfremdung zu.

Die Beruflichen Schulen sind Dualpartner im dualen System der beruflichen Bildung in Deutschland. Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen, Theorie und Praxis, Lehrer und Schüler, Elternschaft und Lehrerkollegium bilden Polaritäten, aus deren vielfältigem Beziehungsgeflecht Leistung entsteht. Diese Polarität drückt sich durch zwei massive, das Logo rechts und links begrenzende Säulen bzw. Balken aus, die über dem angedeuteten Bogen miteinander in bewegter und spannungsvoller Beziehung stehen.

Schule ist ein öffentlicher und offener Raum, der Input und Output zulässt. Aus diesem Grund wird die Geschlossenheit des Logos an einigen Stellen durchbrochen. Besonders die daraus resultierende Verkürzung des Bogens ergab neue formale und damit neue Deutungsmöglichkeiten. So kann man den verkürzten Bogen als Rauchfahne eines Schornsteins deuten - als Symbol der Wirtschaft. Dabei stellt das Logo insgesamt auch einen Bezug zur Architektur des Schulgebäudes, nämlich der Form des wohl schönsten und symbolträchtigsten Gebäudeteils her: der Rotunde. Es war erklärtes Ziel der Architekten mit diesem Bau die Beziehung zur Paulskirche, dem Ursprung deutscher Demokratie, an der Schleswig Holstein nicht unerheblichen Anteil hat, zu manifestieren.

Die Farben des Logos unterstützen den regionalen und überregionalen Bezug, der durch die Buchstaben BSH (für Berufliche Schule in Husum) und SH (für Schleswig-Holstein) bereits erkennbar ist. Dabei stehen die Farben Gelb, Blau, Rot für Nordfriesland, die Farben Blau, Weiß, Rot für Schleswig-Holstein und die Farben Schwarz, Rot, Gelb (Gold)  für Deutschland. Darüber hinaus sind aufgrund der Mehrgliedrigkeit des Logos weitere Farbgebungen möglich (z.B. um Abteilungen zu kennzeichnen, einen besonderen Anlass zu würdigen oder einen Europabezug herzustellen).

 

Prägnanz

Mit Prägnanz ist hier "Einprägsamkeit" gemeint - möglichst von Dauer und hohem Wiedererkennungswert.Einfache und damit klar lesbare Formen und Farben sind von größerer Eindringlichkeit als komplexe. Die einzelnen Logoelemente sind dicht aneinandergefügt, nehmen Bezug über Radien und Konturenverläufe zueinander auf, haben optisch gleichbleibende Balkenstärken sowie einen gemeinsamen Schwerpunkt. Besonders auffällige Gestaltungselemente, deren Deutung nicht immer sofort gelingt, die gewissermaßen einen intellektuellen Anspruch haben oder auch Anlass für kritische Auseinandersetzungen mit dem Logo sind, ja sogar Widerspruch provozieren, dienen der Prägnanz. Das Logo bleibt damit "im Gespräch". Ein solches Element könnte der Bogen sein. Er hat zwar einen konkreten Anfang aber keinen passenden Abschluss. Vielmehr ist es die Andeutung eines Verlaufes. Damit wird Bewegung,  Prozesshaftigkeit aber auch " Zugriff auf..." deutlich-typische Vorgänge in Wirtschaft und Bildung. Der Weg ist das Ziel. In diesem Bogenelement findet sich der Handwerker wieder: der Tischler findet darin den Sägeblattschutz, der Maler den schwungvollen Pinselstrich, der Maurer den kunstvoll gemauerten Bogen, der Theoretiker das Stütze-Last-Prinzip und der Stilkundler den romanischen Rundbogen.
Vielleicht ist es auch der Anfang eines Kreises - Kreis Nordfriesland? Und vielleicht ist es der Komet über Husum.

 

Handhabung

Das Logo sollte ohne Verlust seiner gestalterischen Qualität auch in Schwarz-Weiß kopierbar, zu vergrößern und zu verkleinern sein, Verzerrungen und Proportionsveränderungen der Logoteile untereinander ertragen und eine vielfältige Verwendung und die daraus resultierenden Abnutzungserscheinungen im Büro und in den Werkstätten aushalten können. Die Erfahrung zeigt auch, dass die Möglichkeit, ein Logo schnell zu skizzieren (auch für einen Laien), für Verbreitung und Anwendung sorgen kann.
Das Logo ist als Schablone zu verwenden, druck-, aussäg- und ausfräsbar. Es kann geprägt und gestanzt werden und ist am Computer bearbeitbar.

 

Identifikation

Mit einem Logo wird im Allgemeinen auch die Absicht verbunden, Lehrern, Schülern und dem Hauspersonal, als unmittelbar "Betroffene", ein Stück Identifikation mit ihrer Einrichtung zu ermöglichen aber auch der Öffentlichkeit - also von außen - den Bezug zur Schule. Das kann u.a. durch einen zugeordneten und erklärenden Text, vor allem in der Einführungsphase, erleichtert werden. Aus diesem Grunde ist die Bezeichnung der Schule Teil des Logos.
Die Erfahrung zeigt, dass der Bestand eines Logos dann gewährleistet ist, wenn es sich in den Köpfen derer, die damit umgehen, verankert. Das gelingt über die Optik, über die Befriedigung eines gewissen intellektuellen Anspruches aber auch über die Präsenz. Es bleibt dann besonders haften, wenn es immer neue Entdeckungen erlaubt, die mit Schule im Allgemeinen und mit Berufsschule im Besonderen zu tun haben.

Jürgen Mainz