Informationen zur Fachschulausbildung Bautechnik

Die Fachschule für Bautechnik in Husum bietet seit 1966 eine fundierte Aufstiegsweiterbildung von Facharbeitern/-innen zum/zur „Staatlich geprüften Techniker/in“ in unterschiedlichen Fachrichtungen an. „Aus Tradition mit Blick in die Zukunft Neues gestalten“ ist die Maxime der fünfzigjährigen Erfolgsgeschichte, die auch im neuen Jahrtausend weitergeschrieben wird.

Die Anforderungen an die Bauausführungen sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten aufgrund neuer Entwurfskonzepte, Baukonstruktionen, Bauverfahren und Baustoffe gestiegen. Gleichzeitig werden seitens der Politik höhere Anforderungen an das Bauen gestellt. Durch die politisch gewollte „Energiewende“ und aufgrund des demographischen Wandels sowie der Forderung, nachhaltig zu bauen, werden deutlich höhere Anforderungen an Planer und ausführende Unternehmen gestellt.

Um diesen hohen und umfangreichen Anforderungen gerecht werden zu können, braucht die Baubranche heute und in Zukunft entsprechend weitergebildete Fachkräfte. An der Fachschule für Bautechnik in Husum werden Sie zu einer solchen Fachkraft praxisorientiert weitergebildet! Sie haben bereits berufliche Erfahrungen durch Ihre Berufsausbildung und anschließende berufliche Tätigkeit auf der Baustelle erlangt. Ausgehend von dieser fachlich wertvollen und soliden Grundlage begleiten wir Sie zwei Schuljahre auf Ihrem Weg zu einem neuen beruflichen Aufgabenfeld.

Der/Die „Staatlich geprüfte Techniker/-in“ ist eine gehobene Fachkraft, die aufgrund der umfassenden praktischen und theoretischen Ausbildung befähigt ist, den fachlichen Anforderungen in den verschiedenen beruflichen Schwerpunkten von Hochbau, Tief- und Straßenbau sowie Bauwerkerhaltung gerecht zu werden und an verantwortlicher Stelle am Unternehmenserfolg mitzuwirken. Im Bundesland Schleswig-Holstein sind „staatlich geprüfte Techniker“ eingeschränkt bauvorlageberechtigt (Art. 70 und 71: Bauvorlageberechtigung), was als „Türöffner“ in eine Selbständigkeit verstanden werden darf, zumal auch „kleine“ Statiken für Einfamilienhäuser erstellt werden dürfen.

Er/Sie findet ein Wirkungsfeld …

  • im mittelständischen Bauhandwerk,
  • in der Bauindustrie,
  • bei Liegenschaftsverwaltungen,
  • bei Wohnungsbaugenossenschaften,
  • in Planungs- und Ingenieurbüros,
  • bei bautechnischen Dienstleistern,
  • in geotechnischen oder baustofftechnischen Laboren,
  • bei Baubehörden,
  • in der Baustoffindustrie (Werkvertretung, Anwendungstechnik),
  • in Transportbeton- oder Fertigteilbetonwerken,
  • im Baustoffvertrieb/-handel
  • oder in der Selbständigkeit als ausführender Bauunternehmer/-in, Planer/-in oder bautechnischer Dienstleister/-in und Energieberater/-in ( nur Wohngebäude).

Aufgrund der fundierten Fortbildung sind die Absolventen für vielfältige Aufgaben in der Planung, im Baubetrieb und in der Betriebsführung/-verwaltung in Unternehmen einsetzbar. 

Die möglichen Tätigkeitsfelder erstrecken sich über:

  • Entwurfs- und Planungsphasen nach HOAI,
  • Ausarbeitung von Konstruktionsdetails,
  • Ausschreibung, Abrechnung und Vergabe,
  • Bauleitung, Baubetreuung,
  • kleineren statischen Berechnungen,
  • Bauabnahmen,
  • Eigenüberwachung und Fremdüberwachung,
  • innerbetriebliche GPS-Vermessungstätigkeiten (Aufmaß und Absteckung)
  • den Umgang mit alter Bausubstanz,
  • und den zeitgemäßen Denkmalschutz.

 

Der/Die „Staatlich geprüfte Techniker/-in“ ist in der Bauwirtschaft besonders gefragt, da es sich bei den Absolventen um fertig ausgebildete Baufacharbeiter/-innen mit Gesellenbrief (z.B. Maurer/-in, Zimmerer/-in, Straßenbauer/-in, etc.) und mit zum Teil mehrjähriger baupraktischer Erfahrung handelt. 

Wir können auf eine dauerhaft erfolgreiche Vermittlung unserer Absolventen auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein und darüber hinaus von mindestens 95% zurückblicken.

Mit der Weiterbildung wird insbesondere eine solide Basis für die selbstständige Berufsperspektive vermittelt, da der/die „Staatlich geprüfte Techniker/-in“ gemäß der Landesbauordnung des Landes Schleswig-Holstein eine im Umfang eingeschränkte Bauvorlageberechtigung erhält.

Der Abschluss zum/zur „Staatlich geprüften Techniker/-in“ steht im deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) auf dem Niveau 6 und damit auf gleicher Kompetenzstufe wie ein Absolvent mit Bachelorabschluss.

An der Fachschule für Bautechnik in Husum können Abschlüsse in den angebotenen drei Vertiefungsrichtungen erreicht werden:

  1. Staatlich geprüfter/e Techniker/in „Hochbau“
  2. Staatlich geprüfter/e Techniker/in „Tief- und Straßenbau“ (in Kooperation mit der Fachschule für Tief- und Straßenbau am NOK/Rendsburg
  3. Staatlich geprüfter/e Techniker/in „Bauwerkserhaltung“

 

Mit bestandener Prüfung erhalten die Absolventen auch die „Allgemeine Fachhochschulreife (FHR)“, die sie berechtigt, ein Studium an allen Fachhochschulen aufzunehmen oder sich zu einem fachgebundenen Hochschulstudium an allen Hochschulen oder Universitäten einzuschreiben.

Mit dem Abschluss wird Ihnen i.d.R. auch der fachtheoretische Teil (Teil II: Fachtheorie) der Meisterprüfung im erlernten Gesellenberuf anerkannt. Das gilt auch für den Teil III (Teil III: Kauffrau/Kaufmann im Handwerk) und den Teil IV (Teil IV: Berufs- und Arbeitspädagogik) der Meisterprüfung. (Für den Teil III muss eine genügend große Anzahl an Interessenten vorhanden sein.)

Folgende zusätzliche Prüfungen und Bescheinigungen können im Laufe der Weiterbildung erworben werden:

  • Prüfung zum Energieberater nach DENA-Kriterien (kostenfrei)
  • Prüfung zur „Kauffrau/Kaufmann im Handwerk“ bei der Handwerkskammer (nur Prüfungskosten)
  • Prüfung für „Berufs- und Arbeitspädagogik“ („Ausbildung der Ausbilder“àAdA-Schein) bei der IHK (nur Prüfungskosten)
  • Bescheinigung über die Grundausbildung an einem Blower-Door-Gerät
  • Bescheinigung über die Grundausbildung an einer Wärmebildkamera
  • Bescheinigung über die Grundausbildung in BIM-CA3D (Tief- und Straßenbau, Hoch- und Ingenieurbau)
  • Bescheinigung über die Grundausbildung an einer Tragwerksplanungssoftware
  • Bescheinigung über Grund- und Fortgeschrittenenkenntnisse in MS-Excel
  • Bescheinigung über Kenntnisse in der Anwendung der Energieberater-Software Hottgenroth

 

AchtungDie Prüfung zur/zum "Kauffrau/Kaufmann im Handwerk" bei der Handwerkskammer können nur Berufe mit Meisterbriefen machen. Da es sich bei dem Unterrichtsfach um ein Wahlpflichtfach im Schulkontext handelt, ist der Unterricht auch von den Schülern verpflichtend zu besuchen, die keine Handwerksmeisterrolle besitzen (z. B. Bauzeichner). Diese Schüler erhalten neben der Zeugnisnote eine Bescheinigung über die Teilnahme am Unterricht. Die Teilnahme am Unterricht ist für alle Schüler verpflichtend, die gebührenpflichtige Prüfung dagegen freiwillig.

 

… und anschließend die Meisterprüfung

Die Meisterprüfung in einem Gesellenberuf des Bauhauptgewerbes liegt in den Händen der Handwerkskammer (HWK). 

Die Meisterprüfung besteht aus vier Teilen:

Teil 1: Fachpraxis
Teil 2: Fachtheorie
Teil 3: Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse
Teil 4: Berufs- und Arbeitspädagogik (Ausbilder-Eignungsprüfung)

 

Innerhalb der schulischen Aufstiegsfortbildung zum staatlich geprüften Techniker haben Sie die Möglichkeit, die Meisterprüfungsteile 3 und 4 ohne zusätzliche Lehrgangsgebühren (außer den Prüfungsgebühren) zu absolvieren. Die Anmeldung zur Meisterprüfung, die dann nur noch die kostenpflichtige Teilnahme am Teil 1 der Prüfungsordnung erfordert, ist in den Berufen Zimmerer, Maurer und Dachdecker bis dato problemlos möglich. Der Teil 2 wird durch die theoretischen Inhalte der zweijährigen Fortbildung mit abschließender Prüfung zum Techniker abgedeckt. In allen anderen Gewerken sind die Bedingungen zur Anerkennung explizit bei der entsprechenden HWK zu erfragen. Der Teil 1 kann an der HWK in entsprechenden angebotenen kostenpflichtigen Kursen nachgeholt werden.

Grundlage für das Fachschulkonzept ist die aktuell geltende Fachschulverordnung des Landes Schleswig-Holstein.

In diesem Konzept werden die fachtheoretischen Inhalte über Lernfelder vermittelt, die es ermöglichen, ganze Handlungsstränge fachdisziplinübergreifend abzubilden. Lernfeldunterricht bedeutet: Lernen an einem realitätsnahen Modell mit bautechnischer Problemstellung. Die Handlungsorientierung soll im Mittelpunkt des didaktischen Konzeptes stehen. 

Welche Lernfelder für die Fachschule Bautechnik formuliert sind, kann der Lernfeldmatrix und den Lernfeldbeschreibungen entnommen werden.

Die Dauer der Weiterbildung in Vollzeit ist auf zwei Jahre angelegt und in zwei Phasen gegliedert:

1. Jahr: Grundlagenbezogener Lernbereich (28 Unterrichtsstunden/Woche)

2. Jahr: Schwerpunktbezogener Lernbereich (34 Unterrichtsstunden/Woche)

Dazu kommt der Bereich „Wahlpflicht“ mit verschiedenen Unterrichtsinhalten, die sich nur bedingt nicht an die Lernfelder koppeln.

Die „Allgemeinbildenden Fächer“, die zur Erreichung der „Allgemeinen Fachhochschulreife (FHR)“ notwendig sind, werden z.T. lernfeldbegleitend unterrichtet oder in Stunden gesondert ausgewiesen.

Der Unterricht im 1. Jahr ist für alle Teilnehmer/-innen einheitlich gemäß Stundenplan geregelt. Im 2. Jahr können Sie sich für eine schwerpunktbezogene Fachrichtung entscheiden, zu der neben speziellen Pflichtfächern auch Wahlpflichtfächer gehören können.

Die Schulwoche hat in der Unterstufe (1. Jahr) vier Tage. Der Freitag steht in der Unterstufe grundsätzlich allen Schülern zu freien Verfügung (Home-Office Tag). Die Zeit soll für

  • berufsbegleitende Praktika,
  • Haus- und Projektarbeiten in freier Zeiteinteilung oder
  • zum Arbeiten auf der e-Learning-Plattform mit Mitschülern oder mit Lehrermoderation nach Absprache genutzt werden.

In der Oberstufe (2. Jahr) haben die Schüler der Vertiefung Hoch- und Bauwerkserhaltung eine 5 Tagewoche. Der Freitag ist dem Wahlpflichtkurs "Energieberatung" vorbehalten.

Der Unterricht beginnt an de Schultagen regelmäßig um 7.45 Uhr und dauert regulär bis 14.30 Uhr. Je nach Wochentag und Stundenplanung kann der Unterricht auch mal um 12.45 Uhr enden.

Es besteht für alle Weiterbildungsteilnehmer eine Anwesenheitspflicht!

 

 

 

Seit dem SJ. 2018/19 haben wir eine Kooperation mit der Fachschule für Tief- und Straßenbau am NOK in Rendsburg.

Infolge der Umstellung auf Lernfeldunterricht, die in Rendsburg die gleichen Inhalte haben, wird das 1. Jahr hier am Standort in Husum in einer 4-Tage Woche – wie auch in Rendsburg – durchgeführt. Im 2. Jahr wechseln dann nur die angehenden Bautechniker/-innen mit Schwerpunkt Tief- und Straßenbau nach Rendsburg und werden dort die verbleibenden Lernfelder wiederum in einer 4-Tage Woche bis zum Abschluss – der dann auch in Rendsburg geschrieben wird – durchlaufen.

Die Ferienordnung richtet sich nach den Ferienzeiten für das Land Schleswig-Holstein an den Pflichtschulen sowie den bundesweit gesetzlich festgelegten Feiertagen.

Die Prüfungen werden in einer kompakten Prüfungswoche zum Ende der Weiterbildung abgenommen. Die Inhalte ergeben sich als Querschnitt aus den Lernfeldern. Die Prüfungsdauer richtet sich nach Schwerpunkt und gewichtetem Prüfungsinhalt (maximal 240 Minuten). Es werden drei Prüfungen aus den Lernfeldern und eine Allgemeinbildende Prüfung (Mathematik) geschrieben.

 

 

Unterrichtsräume/EDV

Die Unterrichtsräume sind für den Einsatz moderner Unterrichtsmedien sehr gut gerüstet. In den Klassenräumen sind stationäre, mobile Kurzdistanzbeamer mit interaktivem Whiteboard, Dokumentenkamera und W-LAN nutzbar.

Im EDV-Raum stehen ein stationärer Beamer, 20 feste PCs (Upgrade 2018), 5 mobile PCs und ein DIN A0 –Scanner/Farb-Plotter mit entsprechender Software sowie ein A3-Drucker den Teilnehmern/-innen der Fachschule Bautechnik auch nach dem Kernunterricht zur Verfügung.

 

Bibliothek

Für bautechnische Recherchen können die Weiterbildungsteilnehmer/-innen auf eine umfangreiche Präsenzbibliothek (ca. 1200 Einzeltitel rund um das Bauen) und auf verschiedene Baufachzeitschriften (6 monatliche Veröffentlichungen) zurückgreifen, die für die Schüler der Fachschule zur Ausleihe zur Verfügung stehen.

 

Bauphysik

Zur Vermittlung von bauphysikalischen Fragestellungen stehen verschiedene Versuche, eine Wärmebildkamera, ein Luftbewegungsmesser und ein Blower-Door Messsystem mit Messstand zur Verfügung.

 

Vermessung

Zur Unterstützung des Vermessungsunterrichtes stehen - neben der bauvermessungstechnischen Grundausstattung – drei vollelektronische Tachymeter, ein GPS-Rover, ein 3D-Distanzmesser mit CAD-Schnittstelle und mehrere Laserdistanzmesser zur Verfügung.

 

Tief- und Straßenbau

Zur Überprüfung von Verdichtungserfolgen steht den Schülern ein dynamischer Lastplattendruckversuch zur Verfügung.

 

Software

Das EDV-Labor ist mit leistungsfähiger Software für verschiedenste Bauaufgaben bestückt. Eine Auswahl lässt sich wie folgt benennen:

  • Hottgenroth (Energieberatung)
  • PSI-Therm (Wärmebrückennachweis)
  • AutoCad Civil 3D (Tief- und Straßenbau)
  • Vicado 3D (Hoch- und Ingenieurbau)
  • MB-Soft Tragwerksberechnung (Statik)
  • Leica Survey Office
  • ORCA (AVA) usw.

 

 

Projektarbeit

Das Unterrichtskonzept für die Lernfelder sieht vor, dass zu festgelegten Unterrichtsphasen „Projekttage“ durchgeführt werden, in denen die Weiterbildungsteilnehmer/-innen an umfangreicheren Aufgaben in Einzel- oder Teamarbeit durch das Lehrpersonal begleitet werden. Am Ende der Projektphase soll eine Präsentation der Ergebnisse vor einem Plenum stattfinden und u.U. auch eine Abschlussarbeit zur Projektaufgabe.

 

Praktika

Ausgewiesene Praktikazeiten innerhalb der Kernunterrichtszeit kann es aufgrund der umfangreichen Themen, die im Weiterbildungszeitraum von knapp zwei Jahren vermittelt werden müssen, nicht geben. Die Praktika sind daher in der unterrichtsfreien Zeit zu absolvieren. Wir empfehlen dringend Zeiten für Praktika einzuplanen. Dafür soll u.a. der unterrichtsfreie Tag in der Unterstufe genutzt werden. Denn auf diesem Wege ist es Ihnen möglich, viele Eindrücke aus unterschiedlichen Betrieben und Arbeitsfeldern zu bekommen. Dies erleichtert die anschließende Bewerbungsphase, da Sie besser beurteilen können, in welchen Bereichen Sie tätig sein möchten. 

Die Weiterbildung an der Fachschule für Bautechnik selbst ist kostenlos! Für Lehrmittel (Notebook sowie USB-Speichermedium) und Bücher sind ca. 1.000 bis 1.500 Euro anzusetzen. Die Anschaffung eines eigenen 64-Bit Notebooks und einer zusätzlichen externen Festplatte zur Datensicherung ist eine Voraussetzung, auf die ein zeitgemäßer Unterricht nicht verzichten kann. Diese Kosten sind – sofern die Voraussetzungen gegeben sind – steuerlich absetzbar.

Während der Weiterbildung werden z.T. Exkursionen durchgeführt. Die Kosten für die Exkursionen sind vom Teilnehmer/von der Teilnehmerin selbst zu tragen. Das gilt auch für die Kosten durch Prüfungen entstehen, die von Fortbildungspartnern wie IHK und HWK abgenommen werden.

Die Weiterbildung ist voll anerkannt und uneingeschränkt förderfähig. Je nach individueller Voraussetzung stehen folgende Wege zur Verfügung:

  • Aufstiegs-BAföG (www.bafög.de: hier Kredit 110)
  • Programm der Investitionsbank S-H (www.ib-sh.de)
  • KfW-Bildungskredit (www.kfw.de: hier Kredit 173) 
  • Programme der Arbeitsagentur (www.arbeitsagentur.de/bildung)
  • Rentenversicherung
  • Berufsgenossenschaft
  • Bundesförderungsdienst (für Zeitsoldaten/-innen)
  • Programme der Arbeitsagentur (www.arbeitsagentur.de/bildung)

Die Bundeswehr stellt Zeitsoldaten/-innen mit absehbar auslaufenden Dienstverträgen ein Fortbildungskontingent für die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zur Verfügung. Interessenten/-innen der Bundeswehr können sich an der Fachschule für Bautechnik bewerben, wenn sie einen Gesellenberuf im Baugewerbe vor oder während der Dienstzeit erlernt haben. Die Bewerber/-innen der Bundeswehr brauchen keine Praxiszeiten im Gesellenberuf vorweisen. Diese Ausnahme gilt nur für Interessenten aus den Reihen der Bundeswehr.

Zulassung (nach aktuell geltender Fachschulverordnung)

An der Fachschule für Bautechnik kann aufgenommen werden, wer …

  • den Sekundarabschluss I (Mittleren Schulabschluss oder ein diesem gleichwertigen Schulabschluss) nachweisen kann und 
  • eine abgeschlossene berufliche Erstausbildung (Gesellenbrief) nachweisen kann und
  • mindestens ein Jahr sozialversicherungspflichtig in seinem erlernten Gesellenberuf gearbeitet hat und
  • ein Berufsschulabschlusszeugnis über die berufliche Erstausbildung im Gesellenberuf vorlegen kann.

 

Einzelfallregelung durch das Ministerium

  • Wenn ein/e Bewerber/-in abweichend vom o.g. einen guten Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss(Hauptschulabschluss) und eine gute bautechnische Erstausbildung vorweist, muss er/sie eine mindestens 7-jährige Berufspraxis im Gesellenberuf vorweisen. Ist das der Fall, kann über das Ministerium des Landes Schleswig-Holstein eine Einzelfallentscheidung herbeigeführt werden.
  • Wenn ein/e Bewerber/-in zwar ein Berufsschulabschlusszeugnis aber keinen Gesellenbrief vorweisen kann, muss eine mindestens durchgängig 5-jährige Praxiszeit in einem Beruf des Bauhauptgewerbes nachgewiesen werden.
  • Wenn der/die Bewerber/-in die o.g. Voraussetzungen bis auf die notwendige Praxiszeit von einem Jahr erfüllt, kann er/sie die Fehlzeiten in der unterrichtsfreien Zeit (Ferien) während des Fachschulbesuchs in Teilzeit per Nachweis ableisten.
  • Bewerber, die eine Fachschule für Bautechnik besuchen und wechseln möchten, können das nach dem ersten Weiterbildungsabschnitt tun. Sie werden dann, wenn freie Plätze vorhanden sind, in den zweiten Weiterbildungsabschnitt übernommen.

 

Anmeldung und Bewerbungsunterlagen

Die Anmeldung für die Fachschule Bautechnik in Husum muss schriftlich erfolgen. Dazu müssen eingereicht werden:

  1. Tabellarischer Lebenslauf mit Lichtbild
  2. Gesellenbrief (beglaubigte Kopie)
  3. Berufsschulabschlusszeugnis (beglaubigte Kopie)
  4. Zeugnis eines Mittleren Schulabschlusses (Realschulabschlusszeugnis) oder ein diesem gleichwertigen Abschluss (beglaubigte Kopie)
  5. Nachweis der erforderlichen Praxiszeiten über Sozialversicherungsnachweise und/oder Arbeitszeugnisse (beglaubigte Kopien)

 

Die Bewerbungsunterlagen sollten bis zum Ende der 31.04. des jeweiligen Schuljahres eingegangen sein. Später eingehende Bewerbungen kommen auf eine Warteliste, über die dann Nachrücker ausgewählt werden, wenn noch Kapazitäten bestehen. Dieser Nachrückprozess kann bis zu den Herbstferien des dann laufenden Schuljahres hinziehen. Nach den Herbstferien des laufenden Schuljahres eingegangene Bewerbungen können aber nicht mehr berücksichtigt werden.

Es steht nur eine begrenzte Anzahl an Schulplätzen zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt nach dem Datum des Bewerbungseingangs und –sehr wichtig- nach der Qualität der Bewerber in fachtheoretischer, aber insbesondere baupraktischer Hinsicht (Gesellenjahre und baupraktische Erfahrungen).

Die Ausbildung an der Fachschule Bautechnik erfüllt die Anforderungen für das Erstellen von Energieausweisen und Modernisierungsempfehlungen für Wohngebäude nach § 21 der Energieeinsparverordnung 2014. 

Die Ausbildung orientiert sich ebenfalls an den Anforderungen der DENA, sodass die Möglichkeit der Eintragung in die Liste der Energieeffizienz-Experten möglich ist. Der Eintrag in diese Liste ist notwendig, um KfW– Kredite zu beantragen. In diesem Zusammenhang steht auch die „Vor-Ort-Beratung“ entsprechend den BAFA– Richtlinien. Die Aufnahme in die Liste der von der BAFA anerkannten Energieberater kann vom Absolventen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden.

Für den Neubaubereich dürfen die Bautechniker im Rahmen der Landesbauordnung Schleswig – Holstein (Art. 70 und 71, Bauvorlageberechtigung) den Nachweis für den baulichen Wärmeschutz erbringen.

Die gezielte Abstimmung zwischen den Bereichen Baustoffkunde, Baukonstruktion, Bauphysik, Gebäudeaufnahme, Gebäudesystemtechnik und Technische Kommunikation (Einbeziehung der Anwendersoftware) gewährleistet eine fundierte Ausbildung, die sich an den Erfordernissen der Praxis ausrichtet. Rechts-, Förderungs- und Kosten-/Nutzenaspekte ergänzen das Konzept.

Folgende Unterrichtsanteile hinsichtlich des Energieberaters ergeben sich im Rahmen der Stundentafel und Wahlpflichtbereich überschlägig:

UnterrichtsfachWochenstunden
Summe530
Baustoffkunde80
Bauphysik, incl. Einsatz der Wärmebildkamera  und der bauphysikalischen Auswertung80
Baukonstruktion 
(Neubau und Bauen im Bestand)
130
Technische Gebäudeausrüstung 
(Heizung, Lüftung, regen. Energien)
100
Vermessung/Dokumentation
(Erfassen des Bestandes)
20
Rechtsvorschriften/Förderung/Kosten/Nutzenrechnung40

Technische Kommunikation - Projektarbeit

Im Rahmen der Technischen Kommunikation sowie Projektarbeit wird im 4. Halbjahr der Ausbildung, aufbauend auf den vorgenannten Inhalten, ein abschließender Kurs mit Hilfe der Hottgenrothsoftware: Energieberater 3D, Lüftungskonzept, Psi-Therm (Wärmebrückennachweis) erteilt.

Inhalt: Erstellung EnEV-Nachweise, KfW Neubau, KfW-Sanierung und Vor-Ort-Beratung. 

80

 

 

Ansprechpartner

StD Dipl.-Ing. (FH) Olaf Frank

Mail: fra(at)bs-husum.de

Tel.: 04841-8995-0 (Geschäftszimmer)

Tel.: 04841-8995-84

 

StR Dipl.-Ing. (FH) Dierk Jebe

Mail: jeb(at)bs-husum.de

Tel.: 04841-8995-84

Tel.: 04841-8995-82