2 Schulklima und Arbeitsbedingungen
2.1 Soziales System Schule
Der partnerschaftliche Umgang aller in der Schule Tätigen und Lernenden sowohl untereinander als auch mit außerschulischen Personen und Institutionen gehört zu den Schwerpunkten unserer pädagogischen Zielsetzung. Die Schülerinnen und Schüler sollen in einer fördernden und fordernden, menschlich guten Atmosphäre mit gegenseitiger Akzeptanz von Schülern und Lehrkräften zu Selbstbestimmung und sozialer Verantwortung befähigt werden Ein betont schüler- und handlungsorientierter Unterricht unterstützt die Ausprägung dieser sozialen Fähigkeiten. Im Bewusstsein seiner Vorbildfunktion fördert das Kollegium soziale Kompetenz, ein tolerantes Miteinander und die Integration aller.
2.2 Zusammenarbeit zwischen Schülern, Eltern, Wirtschaft und Schule
Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern soll sich nicht nur auf die vom Schulgesetz vorgesehene Arbeit im Schulelternbeirat, die vorgeschriebenen Elternabende und die Information der Eltern auf der Schulkonferenz sowie deren Teilnahme an den Zensurenkonferenzen beschränken. Sie umfasst auch folgende Maßnahmen:
- Um das Interesse der Eltern minderjähriger Schüler am schulischen Alltagsleben zu erhöhen, müssen klassenspezifische pädagogische Themen zwischen Eltern, Schülern und Lehrern stärker diskutiert und Beschlüsse umgesetzt werden.
- Zukünftig soll die Arbeit des Schulelternbeirates deutlicher herausgestellt werden.
Damit in der Beruflichen Schule im Bereich der beruflichen Bildung das vielseitige Angebot erhalten werden kann, ist die Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben, der Bundesagentur für Arbeit und den Kammern erforderlich. Nur so ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung für die Schülerinnen und Schüler zu verwirklichen.
Folgende Zielsetzungen bestehen:
- Weiterer Ausbau der Kooperation mit der ausbildenden Wirtschaft.
- Durch Hospitationen und Praktika in den Unternehmen der Region sowie vermehrte Unterrichtsprojekte zwischen Schule und Wirtschaft wird der Unterricht weiterhin praxisnäher, moderner und effizienter gestaltet.
- Intensiver Austausch zwischen Beruflicher Schule, betrieblicher Praxis auf Ausbilderabenden, Fachkonferenzen und weiteren gemeinsamen Veranstaltungen.
- Die Durchführung von Schülerpraktika ermöglicht es den Schülern im Vollzeitbereich, die in der Theorie erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden und sich u. U. einen späteren Ausbildungsplatz bzw. Arbeitsplatz zu sichern.
Die Vermittlung von Unterrichtsinhalten erfolgt zunehmend in Form von Lernfeldern. Dies erfordert mehr fächerübergreifenden Projektunterricht und führt zu verstärkter Teambildung. Diese Entwicklung verlangt eine didaktisch und methodisch abgestimmte Vorgehensweise, die in Bildungsgangskonferenzen hergestellt wird.
2.3 Beratungsangebote
In einer Welt der Informationsfülle und –reize lässt die Berufliche Schule in Husum ihre Schüler nicht allein. Sie werden beraten und erhalten Hilfestellung in Fragen der Schullaufbahn, der Ausbildungsplatzsuche und bei sozialen und persönlichen Problemen:
- Jedes Mitglied des Kollegiums soll in der Lage sein, in seinem Bereich Schullaufbahnberatungen durchzuführen.
- Informationen über Bildungsgänge der Schule, Ausbildungsbetriebe und Studienmöglichkeiten sind im Intra- und Internet abrufbar und werden ständig im Rahmen der Qualitätsentwicklung aktualisiert.
- Die Beratungskonzeption für den Tag der „Offenen Tür“ sowie für die Vorstellung der Beruflichen Schule an Grund-, Haupt- und Realschulen und bei anderen Anlässen wird ständig aktualisiert.
- Schülerinnen und Schüler können in Problemfällen die Suchtberater wie auch AIDS-Berater um Hilfestellung bitten.
2.4 Kompetenzbildung und Qualitätsentwicklung
Für die berufsbildende Schule spielt die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte eine wichtige Rolle. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Ausbildungsinhalte mit den Veränderungen in der beruflichen Praxis Schritt halten. Neben dieser Kompetenzbildung steht die Entwicklung eines innovationsfreundlichen sozialen Schulklimas im Vordergrund.
Zur Realisierung dieser Ziele gehören die folgenden Maßnahmen:
- Verstärkte Zusammenarbeit im Kollegium
- Förderung des Teamgedankens im Kollegium
- Weiterentwicklung einer angenehmen Schulatmosphäre
- Weiterentwicklung des Ausbildungskonzeptes für die Lehrkräfte in Ausbildung
- Einrichtung eines „Trainingsraumes für soziale Verantwortung“
- Weiterentwicklung der bestehenden Kompetenzkreise und Förderung neuer Kreise z.B.:
- Kompetenzkreis für Benachteiligtenförderung
- Kompetenzkreis für IT-Dienste und Medien
- Kompetenzkreis für Energiesparmaßnahmen
- Kompetenzkreis Ökoaudit
- Weiterentwicklung der schulinternen Lehrerfortbildung (Forbihus)
- Angebot von zusätzlichen Qualitätsbausteinen in den verschiedenen Ausbildungsberufen: z.B. Versicherungsmodul für Auszubildende im Ausbildungsberuf Bankkauffrau/Bankkaufmann
- Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen des IQSH, des Handwerks, der Industrie und anderer Anbieter
- Supervision im Kollegium
- Veranstaltung von Workshops
- Öffnung der Schule (Tag der Offenen Tür, Besuche anderer Schularten)
- Öffnung des Unterrichtes durch den Einsatz externer Experten
2.5. Ausbildungsteam
Die Berufliche Schule in Husum ist Ausbildungsschule geworden, um zur Sicherung und kontinuierlichen Verbesserung der Ausbildungsqualität junger Lehrerinnen und Lehrer mit beizutragen. Das Ausbildungsteam unserer Schule befasst sich mit der Weiterentwicklung des Ausbildungskonzeptes. Es unterstützt die Lehrer in Ausbildung und die Ausbildungslehrer in der 2. Phase der Lehrerausbildung. Es werden pädagogische und methodische sowie ausbildungsrelevante Fragestellungen im Team diskutiert, das von einem/r Ausbildungskoordinator/in geleitet wird.
2.6. Arbeits- und Kompetenzkreis IT-Dienste und – Medien (AKK-IT-DM)
Der Arbeits- und Kompetenzkreis IT-Dienste und – Medien (AKK-IT-DM) an unserer Schule hat das Ziel, die vorhandene Informations- und Kommunikationstechnologie unserer Schule weiter zu entwickeln. Dadurch sollen die Prozesse des schulischen Lehrens und Lernens unterstützt und verbessert werden.
Technische Lösungen sollen dabei auf die schulischen Bedürfnisse abgestimmt werden.
Dazu gehören u.a.:
- ein E-Mail-System für Lehrkräfte,
- eine zentrale Datenhaltung mit privaten und gruppen- und klassenbezogenen Arbeitsbereichen, die standortunabhängig erreichbar sind,
- ein schulisches Informationsportal mit leistungsfähiger Suchfunktion,
- ein pädagogisch optimierter Internet-Zugang für die Lernenden.
2.7. Europaschule
Unsere Schule setzt sich das Ziel, Fremdenfeindlichkeit und Vorurteile gegenüber Menschen anderer Länder und Kulturen abzubauen. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen im 20. Jh. gilt es, die friedensschaffende und erhaltende Bedeutung der europäischen Einigungsbemühungen für die Schülerinnen und Schüler bewusst zu machen und weiter zu entwickeln.
Dies soll einerseits vor Ort durch die Integration unserer ausländischen Schülerinnen und Schüler, andererseits durch die Teilnahme an projektorientierten Austauschprogrammen geschehen, um so den europäischen Gedanken an unserer Schule zu stärken.
Sprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch und Dänisch, aber auch Plattdeutsch, werden an unserer Schule besonders gefördert. Das Erlernen von Sprachen und deren Verwendung bei der Begegnung vor Ort macht die Schülerinnen und Schüler empfänglicher für den Gedanken eines gemeinsamen Europas.
Als zukünftige Europaschule verpflichtet sich die Berufliche Schule, die europäische Bildung als durchgehendes Unterrichtsprinzip umzusetzen. Um dieses zu gewährleisten, ist ein europäisches Kerncurriculum für die Schule auf der Grundlage der bestehenden Lehrpläne zu erstellen.
Des Weiteren werden in den unterschiedlichen Bildungsgängen europäische Schulpartnerschaften aufgebaut. Das Fremdsprachenangebot gilt es auszubauen, um so die Fremdsprachenkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Mit dem bilingualen Unterricht am Beruflichen Gymnasium in den Schwerpunkten Technik und Wirtschaft und der Ausweitung des Fremdsprachenunterrichts im Einzelhandel hat die Berufliche Schule in Husum den ersten Schritt getan.
Die Mitarbeit an europabezogenen Projekten ist ein Teil unserer Maßnahmen, die den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse über die Europäische Union vermitteln und die durch die Europäische Union gebotenen Chancen und Möglichkeiten aufzeigen sollen. Dies gilt z.B. in Bezug auf das Recht, überall in Europa leben und arbeiten zu können.
Die Durchführung von Auslandspraktika der Schülerinnen und Schüler im Rahmen der schulischen Ausbildung z.B. bei den kaufmännischen Assistenten wird gefördert. Der Besuch europäischer Institutionen sollte in die Planung für Klassenfahrten aufgenommen werden.
2.8. Einrichtungen und Veranstaltungen
Zu unserem pädagogischen Profil gehören sowohl schulische Veranstaltungen, Exkursionen, Feiern und Feste als auch Arbeitsgruppen der Schüler und der Lehrer, die das soziale Lernen unterstützen und die die Zusammengehörigkeit von Schülern, Lehrern, Eltern und Betrieben fördern.
Folgende Aktivitäten können dazu beitragen:
- Lernberatung
- Förderunterricht für leistungsschwache Schüler
- Eltern- und Ausbildergespräche
- Besuch von Firmen und Einrichtungen
- Klassenfahrten, Exkursionen
- Projekttage und –wochen
- Entlassungsfeiern, Schulfeste, Jubiläumsveranstaltungen
- Schulsporttag, Sportturniere
- Arbeitsgemeinschaften (z.B. Volleyball-AG; Fußball-AG)
- europäische Schulpartnerschaften
- Kulturleben (z.B. Theater- und Konzertbesuche) sowie Veranstaltungen durch den Förderverein
- Schülerzeitung
- Mittagstisch
Förderverein an der BS-Husum
Seit über 20 Jahren existiert an der Schule ein Förderverein, der es sich zum Ziel gemacht hat, die Berufliche Schule und deren Schülerinnen und Schüler ideell und finanziell zu unterstützen. Schwerpunkte der Tätigkeit sind u.a.
- Unterstützung bei Klassenfahrten, bei Projekten, bei Schülerarbeitsgemeinschaften
- Unterstützung der Suchtbeauftragten, Drogenberatung und Suchtprävention an der Schule
- Förderung von Theatervorstellungen und -besuchen sowie von Dichterlesungen
