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Exkursion nach Süderhafen

Besichtigung der Sanierungsarbeiten am Düker

Exkursion der Technikerschule zur Schleusensanierung Süderhafen auf Nordstrand

    

Teilnehmer am Schleusenkopf                      Riss                    Spannstahlpakete

Das Bauvorhaben:

Bei der Schleuse in Süderhafen handelt es sich ursprünglich um ein Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert, dass in Form eines Dükers (eine geschlossene Röhre durch einen Deich hindurch) massiv aus Backsteinen mit zwei hölzernen Verschlusstoren errichtet wurde. Die Aufgabe der Schleuse besteht darin, das anfallende Wasser des Binnenlandes in die Nordsee zu führen und bei Sturmflutereignissen das Eindringen von Nordseewasser in den Hauptwetter zu verhindern.

Die Schleuse durch den Hafendeich ist Mitte der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts im Bereich der beiden Verschlusstore komplett abgebrochen und durch neue Konstruktionen aus Stahlbeton erneuert worden.

Diese Konstruktion hat sich seeseitig so gesetzt, dass sich zwischen der historischen Röhre und dem erneuerten Schleusenkopf mit den Verschlusstoren aus Bongossiholz ein erheblicher Riss gebildet hat.

Die anstehende Baumaßnahme hat zum Ziel, die Setzungsbewegung zu beenden und den status quo langfristig zu halten.

 

Das Sanierungskonzept:

Da eine Baugrundverbesserung durch ein Einpressen einer Bindemittelsuspension aus Kostengründen von vornherein ausgeschlossen wurde, hat man sich entschieden, die beiden Schleusenköpfe mit zwei Spannstahlpaketen über die historische Verbindungsröhre als Druckgurt miteinander zu verspannen und so die vorhandene Lage zu stabilisieren.

In diesem Zusammenhang sollen Betonsanierungs-, Risssanierungsmaßnahmen im Innern des Bauwerks vorgenommen werden.

                                                                                                                              

Die Exkursion:

Die Unterstufe der Technikerschule der BS Husum besuchte die Baustelle am 10.07.2008. Wir wurden sehr kompetent von zwei Vertretern des zuständigen Amtes und dem Schachtmeister der ausführenden Firma über die Baustelle geführt. Nach einer kurzen Einführung in das Bauvorhaben mit seiner besonderen und nicht alltäglichen Problemstellung ging es sofort in das Bauwerk hinein.

Es war schon etwas Besonderes mal in einem Düker zu stehen. Besonders der intensive Geruch der Muschelablagerungen am Bauwerk hatte schon etwas Gewöhnungsbedürftiges.

Sicherungsbarriere im Innern                Kernbohrung Querkraftübertragung               Pumpen für Hochwasserfall

Im Innern der Schleuse konnten die Teilnehmer sehr gut erkennen, wie der Schleusenkopf mit dem Verschlusstor abgesackt ist. Durch die vielen Risse im Mauerwerk des Dükers dringt als stetiges Rinnsal Wasser ein, das über einen zentralen Pumpensumpf abgeführt wird. Der Exkursionsgruppe wurde erläutert, dass die Risse zur Abdichtung verpresst werden sollen.

Kernbohrung im Detail  

Von außen sind schon die Kernbohrungen sichtbar, in denen Stahlträger einbetoniert werden, die die über die Spannpakete eingeleiteten Querkräfte aufnehmen sollen. Das Widerlager für die beiden Spannpakete, welches als Joch über den Schleusenkopf betoniert wird, ist noch nicht ausgeführt worden.

Laut dem Vertreter des Bauherrn belaufen sich die Kosten der Sanierung derzeit auf ca. 800.000,-- Euro.

 

 

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