Hauswirtschafter/-in
Informationen zur Ausbildung, Berufsausübung und Weiterbildung
Es handelt sich um einen anerkannten Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz.
Die dreijährige Ausbildung erfolgt im Wesentlichen im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.
Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich.
Die Ausbildung ist in zwei Schwerpunkten möglich:
(1) Ländliche Hauswirtschaft
(2) Städtische Hauswirtschaft
________________________________________
3 jährige Berufsausbildung
________________________________________
Ausbildungsinhalte
Der berufsbezogene Unterricht in der Berufsschule ist in 13 Lernfelder gegliedert:
1. Die Berufsausbildung mitgestalten
2. Güter und Dienstleistungen beschaffen
3. Waren lagern
4. Speisen und Getränke herstellen und servieren
5. Personengruppen verpflegen
6. Personen zu unterschiedlichen Anlässen versorgen
7. Wohn- und Funktionsbereiche gestalten
8. Textilien reinigen und pflegen
9. Wohnumfeld und Funktionsbereiche gestalten
10. Personen individuell wahrnehmen und beobachten
11. Personen individuell betreuen
12. Produkte und Dienstleistungen vermarkten
13. Hauswirtschaftliche Arbeitsprozesse koordinieren
Die Auszubildenden lernen während der Ausbildung beispielsweise:
• wie man Marktbeobachtungen als Voraussetzung für einen günstigen Einkauf durchführt,
• wie man den Einkauf von Verbrauchsgütern plant und durchführt,
• was beim Aufzeichnen von Einnahmen und Ausgaben zu beachten ist,
• welche Umgangsformen in der Haus- und Arbeitsgemeinschaft und gegenüber Gästen angemessen sind,
• welche Gefahren der Missbrauch von Alkohol, Drogen und Medikamenten birgt,
• wie man Küchengeräte und -maschinen einsetzt, reinigt und pflegt,
• wie man Schädlingsbekämpfungsmittel sachgemäß anwendet,
• worauf es bei der Grundreinigung im Wohn-, Schlaf- und Wirtschaftsbereich ankommt,
• wie man Textilien wäscht, bügelt und schrankfertig macht,
• was bei der Gartennutzung und Blumenpflege zu beachten ist,
• was beim Zusammenstellen von Zwischenmahlzeiten und Hauptmahlzeiten zu berücksichtigen ist,
• wie man abwechslungs- und nährstoffreiche Speisepläne zusammenstellt,
• wie Textilien nach Schnittvorlagen zugeschnitten und nach unterschiedlichen Techniken verarbeitet werden,
• wie Pflanzgefäße bepflanzt und Zimmerpflanzen gepflegt werden,
• worauf es bei der Zubereitung von Sonderkostformen ankommt,
• wie man Räume zu besonderen Anlässen wie persönliche oder jahreszeitliche Feste gestaltet.
Zwischenprüfung
Im 2. Ausbildungsjahr findet eine Zwischenprüfung statt. Diese beinhaltet einen schriftlichen und einen praktischen Teil.
Abschlussprüfung
Die Abschlussprüfung wird ebenfalls schriftlich und praktisch durchgeführt. Der praktische Teil der Abschlussprüfung umfasst zwei komplexe Aufgaben mit jeweils einem Prüfungsgespräch.
________________________________________
Berufsausübung
Nach abgeschlossener Ausbildung bieten sich u. a. Ausübungsmöglichkeiten in Familienhaushalten, Kinderheimen, Jugendwohnheimen, Heimen für behinderte Menschen, Alten- und Pflegeheimen, Erholungsheimen, Sanatorien und Krankenhäusern.
Tätigkeiten sind beispielsweise:
• Führen des Haushaltes
• Betreuen von Menschen
• Aufstellen/Mithilfe bei der Speiseplangestaltung, Einkauf, Zubereitung der Nahrung
• Planung der Vorratshaltung, Einlagern und Kontrolle der Waren
• Umfang mit Geräten und Maschinen
• Durchführen von Hygienemaßnahmen
• Gestaltung und Pflege der Räume
• Pflege von Bekleidung und Wäsche
• Nutzung und Pflege von Garten und Blumen
• Konservieren und Aufbereiten der landwirtschaftlichen Produkte
________________________________________
Berufliche Weiterbildung
Qualifizierungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten
Teilnahme an Lehrgängen, Kursen oder Seminaren, z. B. über Kochen und Küchenwesen, Diätwesen, Küchenpraxis, Vegetarische Ernährung, biodynamische Ernährung, Reformkost, Ernährungsberatung, Arbeitsorganisation in der Hauswirtschaft, EDV, Mitarbeiterführung, Arbeits- und Gesundheitsschutz in Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung
Aufstiegsfortbildung (nach entsprechender Berufspraxis)
• Meister/in in der ländlichen Hauswirtschaft oder Meister/in in der städtischen Hauswirtschaft
• Wirtschaftsleiter/in (staatlich geprüft)
• Techniker/in der Fachrichtung Hauswirtschaft und Ernährung
• Fachhauswirtschafter/in für ältere Menschen
________________________________________
