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Ein Erfolgsmodell!

- Ausbildung zum Werker/zur Werkerin in der Landwirtschaft- Nach vier Jahren Ausbildung junger Menschen zum Werker bzw. Werkerin in der Landwirtschaft ziehen die Bezirksfachklassenstandorte in Oldenburg (Holstein) und Husum (Nordfriesland) Bilanz.

Im Jahr2007 hat das Bildungsministerium in Kiel über die Einrichtung von Bezirksfachklassen zur Beschulung des neuen Ausbildungsberufes „Werker in der Landwirtschaft“ entschieden. Ausreichend Zeit, um Bilanz zu ziehen. Bisher schlossen in Schleswig Holstein 63 Schülerinnen und Schüler ihre Ausbildung zum Werker/in in der Landwirtschaft erfolgreich ab. Weitere 71 befinden sich derzeit in der Ausbildung.
In der Zeit  vor der Einrichtung der Bezirksfachklassen  wurden die jungen „Werker“ an allen landwirtschaftlichen Berufsschulstandorten gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern der Vollausbildung zum Landwirt unterrichtet. Eine gezielte Förderung war dadurch nur eingeschränkt möglich und viele Werker/innen erreichten das Ausbildungsziel nicht.
Mit der Einrichtung spezieller Fachklassen an der BS Oldenburg/Timmendorfer Strand und der BS Husum im Jahr 2007, konnte erstmalig den Bedürfnissen benachteiligter Jugendlicher, die sich für eine Ausbildung in der Landwirtschaft entschieden hatten, Rechnung getragen werden.
Ein Erfolgsmodell, da sind sich heute alle Beteiligten aus Theorie und Praxis einig. Wer die dreijährige Ausbildungszeit durchhält, hat unabhängig von den Noten viel geleistet. Denn abgesehen von der fachlichen Ausbildung steht die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung an erster Stelle. Dabei sehen sich die Schulen und die Ausbildungsbetriebe ständig angehalten, das Ausbildungsniveau zu prüfen. „Geschenkt“ gibt es nichts! Aber Ehrgeiz und Durchhaltevermögen zahlen sich aus. Davon zeugen Prüfungsergebnisse, die manche Prüfer staunen ließen. Hinzu kommt, dass bei erfolgreichen schulischen Leistungen, sofern noch nicht vorhanden, der Hauptschulabschluss erworben wird.
Am Ende hat bisher jeder Absolvent seinen Platz in der Gesellschaft gefunden. In einer Zeit stetigen Strukturwandels in der Landwirtschaft sind wachsende Betriebe mehr denn je auf zuverlässige Arbeitnehmer angewiesen. Gut qualifizierten und motivierten Werker/innen bietet sich so eine große Chance auf einen attraktiven Arbeitsplatz. Selbstverständlich können die Absolventen im Anschluss an die Werkerausbildung die Vollausbildung zum Landwirt beginnen. Wer die praxisorientierte Ausbildung erfolgreich beendet hat, dazu fleißig und zuverlässig ist, findet auch in anderen Branchen gut entlohnte Arbeit.
Bei der Ausbildung zum Werker in der Landwirtschaft zeigt sich, wie wichtig eine eng verzahnte Zusammenarbeit zwischen Schule, Betrieben, Bildungsträgern sowie Ausbildungsberatern und auch mit Blick auf die Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen ist.

 

Bild 1 Werker

(Bild 1) Tim Friedrichsen erklärt seinen Mitschülern die Kälberaufzucht auf seinem Ausbildungsbetrieb Paulsen-Borkowitz in Koldenbüttel

Die reine Fachlichkeit  bildet dabei nur eine Säule des persönlichen Erfolgs. Zunehmend müssen besonders soziale und personale Kompetenzen vermittelt und weiterentwickelt werden. Hierfür ist es unverzichtbar, vorhandene Lern- und Arbeitsstrukturen zu erhalten und weiter aus-/aufzubauen. Nur so ist eine erfolgreiche Ausbildung der benachteiligten Jugendlichen auch zukünftig möglich.  
Durch die Beschulung der Jugendlichen an zwei Schulstandorten im Bundesland halten sich sowohl die Schülerzahlen pro Klasse als auch die Anfahrtzeiten der Schüler zum Unterricht im erträglichen Rahmen. Lange und anstrengende Anfahrten zum Schulstandort sind, so zeigt sich heute, den benachteiligten Jugendlichen nicht zuzumuten und beeinträchtigen sogar die Lernfähigkeit und Motivation. Allen Schülerinnen und Schülern wird daher die Möglichkeit geboten, während der einwöchigen Blockbeschulung, bei den Kooperationspartnern der Schulen, dem Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk (TSBW) in Husum und dem Bugenhagenwerk in Timmendorfer Strand zu übernachten.
Die Kooperationspartner erfüllen in besonderer Weise die personellen Anforderungen, die für das Lernen von Schülern mit Beeinträchtigungen notwendig sind. Dabei beschränken sich die Aufgabenfelder nicht nur auf die Ausbildung, sondern umfassen u.a. die Berufsfindung, Arbeitserprobung und Rehabilitation von Jugendlichen. Die Landwirtschaftswerker werden von den Mitarbeitern des TSBW Husum und des Bugenhagenwerkes in Timmendorfer Strand fachlich unterstützt. Außerdem sind sie kompetente und immer verfügbare Ansprechpartner in der Freizeit.
Den Schülerinnen und Schülern steht auch in unterrichtsfreien Zeiten ein Ansprechpartner als Aufsichtsperson zur Verfügung. Für die Schüler besteht die Möglichkeit, an den vielfältigen Unternehmungen und Aktivitäten teilzunehmen.


 Bild 2 Werker

(Bild2)  Herr Thomas Kühl aus Ostenfeld erklärt den Schülerinnen und Schülern die Melktechnik in seinem neuen Melkzentrum.
 
„Am Ende steht der Erfolg“.  Durch den Bildungsgang Werker in der Landwirtschaft gelingt es, benachteiligte Jugendliche nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die jungen Menschen können so auf Dauer für ihre eigene Existenz sorgen und ein selbstbestimmtes Leben führen.
An dieser Stelle sei ausdrücklich den Ausbildungsbetrieben und Kooperationspartnern gedankt. Mit ihrer unkomplizierten und freundlichen Unterstützung bei der Durchführung von Übungseinheiten auf ihren Betrieben und Ausflügen zu landwirtschaftlichen Veranstaltungen tragen sie wesentlich zum Ausbildungserfolg bei.

Auskünfte die die Ausbildung zum Werker/ zur Werkerin in der Landwirtschaft erhalten Interessierte bei  den oben genannten Beruflichen Schulen sowie bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Abt. Bildung, Betriebswirtschaft, Beratung.

Sven Jantzen
Berufliche Schule des Kreises NF in Husum
Tel.: 04841 8995-80

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