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Nachrichtendetails

Die Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Husum stellt ihre erste Schulchronik vor

Über die Hälfte aller Schüler unserer allgemeinbildenden Schulen besuchen während ihrer beruflichen Ausbildung die Berufsschule. Doch kaum jemand macht sich wohl darüber Gedanken, wie es einmal mit der beruflichen Bildung in der Stadt Husum begonnen hat.

Das ehemalige Berufsschulgebäude in der Osterhusumer Straße 97, heute „Bi de Boomschool“. Es wurde im Februar 2016 abgerissen.(Foto H. Berendes 2013)

Die neue Kreisberufsschule – heute: Berufliche Schule des Kreises Nordfriesland in Husum

Diese Wissenslücke kann nun durch die Veröffentlichung der ersten Chronik der Beruflichen Schule in Husum geschlossen werden. In zweieinhalbjährigem Studium der historischen Unterlagen u.a. im Kreisarchiv in Husum und im Landesarchiv in Schleswig gelang es dem Autor und ehemaligem Berufsschullehrer Hauke Berendes, die Anfänge des Husumer Berufsschulwesens bis zum Jahre 1761 zurück zu verfolgen.

Aufgrund der vielen zugänglichen Quellen, aber auch durch Berichte von Zeitzeugen wird die Chronik lebendig gestaltet und eröffnet eine persönliche Sichtweise auf die Geschehnisse. Während der beiden Weltkriege unterliegt der Unterricht einigen Einschränkungen, wie Lehrer- oder Papiermangel, aber auch, dass z.B. im November 1943 „die Deckenbeleuchtung durch Ausschrauben der Glühlampen“ vollkommen stillgelegt wird.

Auch nach dem Krieg sind die Unterrichtsbedingungen sehr eingeschränkt. Nur zwei Lehrkräfte haben im Juni 1945 von der englischen Besatzungsmacht die Zulassung für den Schuldienst erhalten. Es fehlt an allem. Die Lehrkräfte müssen in der Umgebung Husums Torf stechen, um heizen zu können, verbliebene Schreibmaschinen sind so wertvoll, dass sie während der Ferien im Tresor einer Husumer Bank aufbewahrt werden und der Schriftverkehr wird häufig auf der Rückseite von Vordrucken aus Kriegsbeständen abgewickelt.          

Ebenfalls erwähnt die Chronik die vielen verschiedenen Standorte, die die Berufsschule in Husum und Umgebung inne hatte und natürlich den Schulneubau 1952 an der Herzog-Adolf-Straße in Husum.

Kleine Episoden aus dem Schulalltag lockern die Kapitel auf, wie der Bericht von Frau Fleischer über die Unterrichtsbedingungen in Ostenfeld, wo der Unterricht in der Gaststube des Dorfkrugs stattfand und in der „Küche der Frau Amtmann“ gekocht wurde.            

Weil nach dem Neubau der Berufsschule viele ländliche Standorte geschlossen wurden, war die neue Berufsschule in Husum schon 1952 zu klein und wurde in späteren Jahrzehnten immer wieder durch Anbauten und Neubauten vergrößert, wie z.B. durch den „Turm“ und durch den Neubau an der Hermann-Tast-Straße. Im Jahre 2007 wird das Gebäude am Bahnhof unter Denkmalschutz gestellt und außerdem die Schule wegen ihrer Fortschrittlichkeit zur Europaschule ernannt.

Die Chronik endet mit dem Jahre 2010.

 

Zu erwerben ist die Chronik für alle geschichtlich Interessierten, 
ehemaligen Lehrer(-innen) und Schüler(-innen)
im Geschäftszimmer der

Beruflichen Schule des Kreises Nordfriesland in Husum
Herzog-Adolf-Straße 3 oder Hermann-Tast-Straße 10
zum Einführungspreis von 10,00 €
Montag bis Freitag in der Zeit von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr.

Wir freuen uns auf Sie und halten unsere Chronik gern bereit!